Dasha Minkina

Artist Statement:  „I create moods. I look inside.”

Mein Thema sind Menschen und das Menschsein an sich. Die endlose Komplexität unserer Wesen interessiert mich in allen Facetten – von der absoluten Schönheit und Erhabenheit über Fehlbarkeit und Berührung bis hin zu Hässlichkeit und Vergänglichkeit. Das Interesse daran hat mit meiner persönlichen Geschichte zu tun, denn seit meiner Emigration im Teenageralter begleiten mich Fragestellungen zu Identität versus Menschsein. Die Frage “Wer bin ich?” führte mich schließlich zu einer kollektiven Betrachtung und der Suche nach dem Wesentlichen. Wer sind wir? Wie kommunizieren wir? Wie funktionieren wir?

Ich versuche durch Malerei dem Menschlichen auf die Schliche zu kommen, damit meine eigenen Seins- und Sinnfragen zu beantworten und die Welt für mich zu ordnen. Hinter der Individualität der Einzelnen vermute ich einen immerwährenden gemeinsamen Nenner, eine emotionale Essenz. Selbst wenn die Antworten ganz unterschiedlich ausfallen, so stellen wir uns alle doch dieselben Fragen.

Auf dieser Connection baut meine Kunst auf. Ich will unterbewusst erreichen, mir geht es um einen Blicketausch mit dem Betrachter. Meine Bilder wirken wie Spiegel, sie laden ein, sich darin wiederzufinden. Es kann ein Gefühl sein, ein Gedanke, eine Assoziation oder eine empathische Reaktion. Ich versuche in die Porträts etwas hineinzuschreiben, was mein Gegenüber berührt.

Charakteristisch für meine Arbeiten ist eine besondere Farbpalette in Kombination mit der Offenheit und Skizzenhaftigkeit der Bilder. Stark verwaschene, “dreckige” Pastelltöne kontrastieren mit monochromen Flächen. Malerische Strukturen wechseln sich ab mit grafischen Linien. Realistische Details treffen auf starke Abstraktion. 

Meine Bilder sind bewusst “unfertig”. Sie laden ein, gedanklich vom Betrachter vollendet zu werden mit seinen eigenen verborgenen Gefühlen und Geschichten. 

Über mich:

Meine persönliche Geschichte ist Teil meines kreativen Prozesses. Ich forsche zu den Themen Identität und Emotion, und diese Themen führen mich zum Portrait.

Ich wurde 1981 in Sibirien, damals Sowjetunion, geboren und besuchte von früher Kindheit an eine Kunstschule. Meine Welt drehte sich auf den Kopf, als ich als Teenager in den frühen 90ern nach Deutschland kam. Von diesem Moment an rückte Selbstreflektion und die Suche nach dem Selbst in meinen Fokus – sowohl persönlich als auch künstlerisch. 

Von 2003 bis 2010 studierte ich Kunst als zweites Hauptfach im Rahmen meines interdisziplinären Magisterstudiums in vergleichender Kulturanthropologie an der Universität Dortmund. Ich entschied mich für Malerei und Fotografie, denn diese beiden Disziplinen eignen sich hervorragend für eine Auseinandersetzung mit dem menschlichen Gesicht. Ich studierte Malerei bei Univ.-Prof. Jan Kolata und Fotografie bei Felix Dobbert – und machte meinen Magistra Artium in 2010. 

In meiner aktuellen Arbeit habe ich mich für die figurative, expressive Malerei in Öl und Acryl als künstlerische Sprache entschieden. Meine Portraits wenden sich nach innen. Über die Brücke der Empathie verwickeln sie den Betrachter in einen individuellen, wortlosen Dialog und schaffen so Reflektionsflächen und Platz für Emotion. „Sich im Gegenüber finden“ ist für mich ein Kernelement der Kunsterfahrung.

Dasha Minkina
E-Mail: dasha.minkina@gmail.com
Web: www.dashaminkina.com
Instagram: dashaminkina_painter