Eva Hidalgo

Die Kunst, aus weniger mehr zu schaffen.

Eine weibliche Gestalt in warme, sommerliche Farben gehüllt, die Umrisse leicht erkennbar, das Gesicht durch die im Wind wehenden Haaren verdeckt (Aire del sur, 2018). Eine junge Frau mit weit aufgerissenen Augen, die ängstlich – oder überrascht? –  aus dem Bild herausblickt, teilt sich die Leinwand mit einem Hund (Poroto, 2018). Die atmosphärische Komposition, die Auswahl der Farben, die starre Pose der Figuren sowie ihr Blick lassen eine Geschichte erahnen. Diese frühen Werke der spanischen Künstlerin bieten dem Betrachter eine narrative Ebene an und laden zum Verweilen ein.

In den darauffolgenden Werken und verstärkt in denen von 2021 tritt diese bis 2020 programmatische erzählerische Ebene allmählich zurück und überlässt der weiblichen Figur mit ihren charakteristischen Merkmalen die Bühne. Die Figur, ob komplett (La première fois, 2021), als Porträt in Nahaufnahme (Larousse, 2021) oder in ihren Bestandteilen (Pascuala en el campo, 2021) füllt nun die Leinwand bis zur äußeren Grenze. Die an Farbstudien erinnernde Farbexplosion der Haare in Larousse bringt Bewegung und Vitalität ins Bild. Diese Reduktion auf die Figur und ihre Komponenten lenkt den Blick des Betrachters auf das Wesentliche: den weiblichen Akt. In den neuen Werken ist die Figur zum Teil regelrecht in der Leinwand eingefangen (Con calma, 2021), was ihre Expressivität exponentiell steigert.

Die persönlichen Erlebnisse der Autodidaktin geben immer noch die Initialzündung für die Bilder. Diese Inspiration zieht sich als roter Faden durch ihr gesamtes Oeuvre. Allerdings bedürfen die Werke das Erzählerische nicht mehr, um das Motiv zu kontextualisieren und den Betrachter emotional einzubinden. Allein durch das Auftragen der Farbe (mit Spachtel oder grobem Pinsel auf die Leinwand) und die Konzentration auf den weiblichen Körper, dessen Umrisse durch die Linien markiert werden, erhöht sich die Aussagekraft der Werke: der Betrachter fühlt sich vom Bild angezogen und kann sich emotional damit verbinden. (Maria Espinosa)

Eva Hidalgo
München / Spanien
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